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Pressemitteilung vom 26. April 2004

»Ortstermine 2004«: Münchner Projektreihe zur Kunst im öffentlichen Raum hat begonnen 

München, 26. April 2004 - Unter dem Programmtitel »Ortstermine 2004« stellt Kulturreferentin Prof. Dr. Dr. Lydia Hartl das von der Landeshauptstadt München initiierte Projekt »Freie Kunst im öffentlichen Raum« im Rahmen einer Pressekonferenz vor. „Die ‚Ortstermine’ begleiten auf vielfältige Weise die Diskussion über die Zukunft des Stadtraumes, über seine Qualität als Ort von Kunst und Öffentlichkeit. Diese Diskussion ist nicht nur auf München begrenzt, aber sie wird bislang nur von wenigen anderen Städten in Deutschland geführt. Die ‚Ortstermine’ demonstrieren unaufgeregt, dass Kunst ein selbstverständliches Thema für München ist und eine Qualität des städtischen Lebens darstellt“, erklärt sie. 

Den Auftakt der Reihe bilden die Künstler Martin Krenn und Oliver Ressler mit der Containerinstallation »European Corrections Corporation« auf dem Sendlinger-Tor-Platz, mit der sie die gesellschaftliche Funktion des Gefängnisses zur Diskussion stellen.

In einer Ausstellung im kunstraum muenchen (29. April - 30. Mai) bietet Mischa Kuball einen Ausblick auf seine Außeninstallation »Public Blend«, die sich mit der Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum beschäftigen und im November zu sehen sein wird.

Am 3. Mai eröffnet Joop van Lieshout (Atelier van Lieshout) das Projekt »Teutopia« auf dem Gelände des Olympiaparks. Die Stahlkonstruktion ist als offenes, begehbares Bauwerk mit verschiedenen Ebenen angelegt, auf welchen öffentliche Belange (Sport- und Freizeitverhalten, Kommunikation) sowie private Aspekte (Wohnen und Schlafen) in Beziehung zueinander gesetzt werden.

Für den Museumsplatz der Städtischen Galerie im Lenbachhaus hat Isa Genzken (Internationaler Kunstpreis Kulturstiftung Stadtsparkasse München 2004)  eine mehrteilige Arbeit konzipiert (ab 8. Mai).

Mit »Der der bleibt und der der fährt. 36 Gleise 36 Abschiede« bestücken Die Baierishen Geishas im Juni Reisesnack-Automaten an den 36 Gleisen des Hauptbahnhofes mit 36 verschiedenen Abschiedsbriefen, die man (36 Tage lang) für je 1 Euro erwerben kann.

Als Teil des Kuratorenprojekts »urban scans« (kunstraum muenchen) beschäftigt sich Silke Wagner dann in einer Ausstellung mit der Thematik des »Streetskatens« und untersucht dabei die Möglichkeiten der Rückeroberung des zunehmend privatisierten öffentlichen Raums durch »Streetskater«.

Nach der Sommerpause wird die Reihe »Ortstermine 2004« ab September fortgesetzt. Derzeit laufen die Vorbereitungen für folgende Projekte: 

- »Energie_Passagen« von Monika Fleischmann / Wolfgang Strauss
- »transit~wellen« der Künstlergruppe schleuser.net (Farida Heuck, Ralf Homann, Laurentius Schmeier, Manuela Unverdorben)
- »Public Blend Teil II« von Mischa Kuball, kuratiert von Rüdiger Belter
- »Running the City« von Heike Ander und Stefan Römer (ein Set von thematischen Wochenendveranstaltungen)
- »Dance with me, Germany« von M+M
- »Lenin on Tour« von Rudolf Herz
- »Münchenschlinge« von Korpys/Löffler, kuratiert von Susanne Meyer-Büser

Alle Kunstprojekte wurden im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung durch eine von der Stadt beauftragte Kommission für »Freie Kunst im öffentlichen Raum« Ende letzten Jahres vorgeschlagen. Die Kommission setzt sich aus Vertretern des Stadtrats und namhaften Fachjuroren (Uli Aigner, Christa Burger, Dr. Susanne Ehrenfried, Klaus von Gaffron, Wolf Loeckle, Prof. Dr. Florian Matzner, Alexij Sagerer, Jochen Schölch, Dr. Heinz Schütz, Dr. Elisabeth Schweeger, Dr. Bernhart Schwenk, Courtenay Smith, Christoph Wiedemann) zusammen. Die Projektreihe 2004, bestehend aus elf Einzelprojekten sowie zwei Projekten in Kooperation mit dem Lenbachhaus, wird mit einem Budget von 1.050.000 € durch die Landeshauptstadt München gefördert.

„Die Ortstermine erobern den Stadtraum München für die Münchner wieder zurück. Alle haben letztlich das Thema der Qualität des urbanen Raums – direkt oder indirekt – im Fokus“, so Kulturreferentin Prof. Dr. Dr. Lydia Hartl. „Einer Kunst im öffentlichen Raum, die sich nicht mehr auf urbane Gestaltungen, Repräsentationskunst, Landschaftskunst oder Kunst am Bau reduzieren lässt, einen hohen Stellenwert einzuräumen, ist kulturpolitisch heute unverzichtbar. Auch in Zeiten, in denen die Frage, was Kunst uns wert ist, von der Frage, was sie uns kosten darf, immer häufiger in den Hintergrund gedrängt wird.“ 

Neben der Vorstellung der einzelnen Kunstprojekte, die im Rahmen von »Ortstermine 2004« im Jahresverlauf im Großraum München realisiert werden, wurden auch die begleitenden Kommunikationsmaßnahmen und Aktivitäten vorgestellt. Der auffällige Programmtitel in Stempeloptik auf gelbem Untergrund wird in Zukunft alle Aktivitäten, die zum Gesamtvorhaben gehören, kennzeichnen. Neben Informationsbroschüren und Einladungskarten, die an die Öffentlichkeit verteilt werden, gehört ein Internetauftritt als zentrale Informationsdrehscheibe zum Programm der Begleitkommunikation.

Unter www.ortstermine-muenchen.de finden sich Informationen über das Programm, die Kunstprojekte und die Künstler sowie das aktuelle Pressematerial. Die Broschüre »Ortstermine 2004« ist über das Kulturreferat der Stadt München erhältlich und liegt bei den städtischen Kultureinrichtungen aus.