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Pressemitteilung vom 5. Mai 2004

Städtische Galerie im Lenbachhaus, Luisenstr. 33, 80333 München

Isa Genzken »Empire Vampire«

Museumsplatz des Lenbachhauses, 8. Mai - Oktober 2004

Isa Genzken ist die diesjährige Preisträgerin des Kunstpreises der Kulturstiftung der Stadtsparkasse München, eine der höchstdotierten und bedeutendsten Auszeichnungen für Gegenwartskunst in Europa. Mit dem Kunstpreis, der alle zwei Jahre verliehen wird, ist eine Ausstellung im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus bzw. ein Projekt auf dem Museumsplatz verbunden.

Isa Genzken hat anlässlich ihrer Auszeichnung eine neue, mehrteilige Arbeit aus der Serie »Empire Vampire« für den Museumsplatz realisiert, die von Mai bis Oktober 2004 dort zu sehen ist. Zeitgleich zeigt das Museum aus seiner Sammlung hervorragende Werke der Künstlerin aus verschiedenen Schaffensphasen. 

Darüber hinaus liefert das Projekt auf dem Museumsplatz einen besonderen Beitrag zur Reihe »Ortstermine 2004« der Stadt München, in deren Rahmen in diesem Jahr Aktivitäten von Künstlerinnen und Künstlern im Stadtraum realisiert werden. Auf Empfehlung der Kommission zur Förderung von Kunst im öffentlichen Raum konnte die Arbeit von Isa Genzken aus dem städtischen Etat für Freie Kunst im öffentlichen Raum finanziert werden.

Isa Genzken (geb. 1948) zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Generation. Ihr vielfältiges Werk umfasst Bildhauerei, Malerei, Fotografie, Zeichnung und Collage, Film und Video. Seit den 70er Jahren hat sie eine schillernde Formensprache entwickelt, die sich zum einen auf die minimalistischen und konzeptionellen Strömungen der Kunst des 20. Jahrhunderts bezieht und zum anderen die ästhetischen Konventionen ihres alltäglichen Umfelds kritisch reflektiert.

Isa Genzken gehört mit Künstlern wie Gerhard Richter oder Blinky Palermo zu der Generation deutscher Künstler, deren Identitätsbildung in die Nachkriegszeit fällt. Ihre Wurzeln, die in den späten 60er Jahren liegen, sind geprägt durch das Anliegen, sich von der Geschichte des Nationalsozialismus und seinem funktionalisierten ästhetischen Programm zu distanzieren.

Neben dem Versuch, die Autonomie der Kunst durch einen Modernismusbezug zu reaktivieren, ging es ihr vor allem darum, die eigenen Erfahrungen der sich modernisierenden Nachkriegsgesellschaft  in Deutschland zu artikulieren. Bei Genzken spielen urbane Architektur und die Erzeugnisse einer alles dominierenden Kultur- und Massenindustrie als unmittelbarer Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklungen eine ausschlaggebende Rolle. Dabei ist die Ästhetik des Alltäglichen prägend für ihre künstlerische Praxis.

Sie äußert sich nicht nur in der Verwendung einfacher, primär nicht-ästhetischer Industriematerialien wie Beton, Epoxydharz und Plexiglas sowie massenproduzierter Dekomaterialien wie Spiegelfolien, Kunststoffblumen oder Plastikfiguren, sondern auch in einer anti-monumentalistischen Form der Verarbeitung, die den Charme des Provisorischen pflegt und den Werken den Eindruck von Durchlässigkeit verleiht. Mit ihren komplexen Kunstwerken hat Isa Genzken den Diskurs der Gegenwartskunst maßgeblich beeinflusst. 

Für den Museumsplatz hat Isa Genzken eine mehrteilige Arbeit entwickelt. Zum einen wird sie in Form von zwei repräsentativen Vitrinen aus Glas und Edelstahl den Ausstellungsraum in den öffentlichen Raum des Museumsplatzes erweitern, in denen sie zwei neue Skulpturen aus der »Empire Vampire«-Serie präsentieren wird. Zum anderen wird die Künstlerin ein für diese Serie signifikantes Element – eine farbenprächtige Blume aus Draht und Nylonstoff – in überdimensionaler Größe nachbauen und diese auf einer der beiden den Platz bestimmenden Straßenlaternen befestigen lassen.

Diese konzeptionell unterschiedlichen, aber gleichermaßen spielerisch-irritierenden Eingriffe in den öffentlichen Raum sind charakteristisch für Isa Genzkens künstlerische Strategie, ästhetische Konventionen und Erwartungshaltungen subtil zu unterwandern.
 

Unter www.ortstermine-muenchen.de finden sich Informationen über das Programm, die Kunstprojekte und die Künstler sowie das aktuelle Pressematerial. Die Broschüre »Ortstermine 2004« ist über das Kulturreferat der Stadt München erhältlich und liegt bei den städtischen Kultureinrichtungen aus.