Landeshauptstadt München, Kulturreferat – Wappen, Logo
Ortstermine 2006 - Kunst im öffentlichen Raum - Logo

Ort: Peripherie Münchens
Zeitraum: 8.September bis 4.Oktober 2004, nach Sonnenuntergang
Vorstellungen:
08.09.04: Westend, Schießstättstraße, Ecke Schwanthalerstraße
17.09.04: Moosach, Dillingerstraße 15
             (bei schlechtem Wetter am 18.09.04)
21.09.04: Stadelheim, Lincolnstraße (Little Oktoberfest Platz), mit der Kulturreferentin Prof.Dr. Dr.Lydia Hartl,
             (bei schlechtem Wetter am 22.09.04)
24.09.04: Neuperlach, Hanns-Seidel-Platz (von Einbruch der Dunkelheit bis 22 Uhr)
04.10.04: Innenstadt, Volkstheater, Briennerstraße 50, (Abschlussveranstaltung)

Musik im öffentlichen Raum:
Dance with me, Germany
von M+M

Collagen der Installation vor Ort und Splitscreen der vier Projektionen

Dance with me, Germany  - Collage 1

(Vergrößerung)

Dance with me, Germany  - Collage 2

(Vergrößerung)

Dance with me, Germany  - Collage 3

(Vergrößerung)

Dance with me, Germany - Collage 4

(Vergrößerung)

Dance with me, Germany« gleicht einem Satelliten, eine umherziehende, sich stetig wandelnde Videoinstallation, die nacheinander an verschiedenen Orten im Stadtgebiet von München realisiert wird. Auf den um einen Projektionswagen positionierten Leinwänden findet eine in alle Himmelsrichtungen aufgespaltete Synchronerzählung statt, deren Reihenfolge der Besucher – gleich dem Zappen am eigenen Fernseher – selbst wählen kann.

»Dance with me, Germany« lebt vom Spannungsverhältnis zwischen der in Münchener Vorstädten inszenierten, gesplitteten Geschichte und der Rückführung der entstandenen Bilder in den Außenraum. Dabei spielen Mythen und Atmosphäre aus Thrillern und Western der 60er und 70er Jahre eine tragende Rolle. Hauptthema des Projektes ist die individuelle Suche eines Jugendlichen ausländischer Herkunft nach persönlicher und gesellschaftlicher Identität.

Ausgangspunkt hierfür war die Ausweisung eines türkischen Jugendlichen (»Mehmet«), der bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Diese ersten Überlegungen schwingen in der fiktiven Geschichte um den Protagonisten Sinan mit. An ein heterogenes Publikum gerichtet, will die Installation an die alte Utopie anknüpfen, politische und soziale Themen in den öffentlichen Raum zu tragen, um sie dort zum Gegenstand der Diskussion werden zu lassen. Eine wichtige Stellung kommt dabei dem eigens verfassten Text von Andreas Neumeister zu. Der Münchener Autor hat sein Manuskript zum Teil aus dem Vokabular entwickelt, das den Fall »Mehmet« prägte.

M+M entwickeln komplex inszenierte Erzählungen, die eine Mischung aus Stilmitteln des klassischen Kinos, der darstellenden Kunst und des Theaters nutzen. Das Künstlerduo nimmt sich dabei insbesondere gesellschaftlich relevanter Fragen an und bezieht diese in subtile, in den Außenraum integrierte Erzählungen ein. Die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Autoren und der Einsatz von Schauspielern sind wesentliche Konstanten für ihre erzählerischen Videoinstallationen. Ende des Jahres folgt eine umfangreiche Ausstellung im Museum für Fotografie in Berlin.