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ZKMAX – DIE ÖFFENTLICHKEIT ALS MEDIUM

Titelbild - ZKMAX – DIE ÖFFENTLICHKEIT ALS MEDIUMZKMAX – DIE ÖFFENTLICHKEIT ALS MEDIUM

Im ZKMax und im öffentlichen Raum der unmittelbaren Umgebung werden historische wie aktuelle Arbeiten aus dem Kontext der Performancekunst gezeigt, dokumentiert und aufgeführt.

Die Performance und Aktionskunst der späten sechziger Jahre richtete sich als »Neues Medium« gegen einen kanonisierten Kunstbetrieb. Direkte Aktion, unmittelbar und körperlich, vermochte zu provozieren, zu kritisieren, zu politisieren. München war für diese künstlerische Bewegung ein zentraler Ort.

Mit der stetig handlicher werdenden Technik des Films, später Video, wird Aktion aufgezeichnet und tritt schließlich hinter die Videokunst zurück. Aktuell tauchen jüngere Künstler wieder vor Publikum auf und beleben die theatrale Geste bildender Kunst neu. Die Ausstellung belegt die historische Performance, das Münchner Umfeld von »Kunstraum 1«, B.O.A. und »Public Art Production« der 70er sowie die Positionierung junger Künstler.

Aktionen u.a. von Peter Becker, Stefanie Trojan, Simone Westerwinter, Georg Winter, Martin Kreicj, Jens Kabisch, Katharina Rettelbach, Horst Konietzny, Thilo Schulz, Veronika Dimke, Stefan Hohlmeier, Schreibkraft, Nina Stuhldreher.

Recherchen zu den Übergängen zwischen Performance und Video

Die Ausstellung zeigt aktuelle wie historische Positionen von Performance und Aktionskunst. Die Auswahl der Exponate bezieht sich zum einen auf die allgemeine internationale Entwicklung von Performance in den 70er und 80er Jahren, andererseits auf die aktuell zunehmende Tendenz von Aktionen vor Publikum einer jüngeren Künstlergeneration.

Die Ausstellung nimmt Rücksicht auf die örtlichen wie institutionellen Besonderheiten. Das ZKMax ist in seinem Programm wesentlich medialer Kunst verpflichtet, woraus sich für das Thema die Verbindung von Performance und Videokunst ableitet. Darüber hinaus fügt sich die Institution als öffentlicher Ort auf besondere Weise in den Zusammenhang von Kunst im öffentlichen Raum. Daher auch die Einbindung der Ausstellung in die Reihe »Ortstermine« des Kulturreferats München, die sich mit Kunst im öffentlichen Raum beschäftigt.

München spielt für die Entwicklung theatraler Handlung als neuer Form bildender Kunst am Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre in Deutschland eine zentrale Rolle. Die Einflüsse des Wiener Aktionismus finden hier ihren Niederschlag und seine Protagonisten nach der Vertreibung aus Wien in München einen Auftrittsort. Kooperativen bilden sich in dieser Zeit, mit dem kulturellen wie politischen Impetus von Veranstaltung, öffentlicher Aufführung, dokumentarischer Aufzeichnung und medienkritischer Aufklärung. Dieser Weg wird in der Ausstellung nachgezeichnet. Die Mediatheken im ZKM und im spiegel/lothringer13 in München ermöglichen den Zugriff auf ein breites Spektrum filmisch dokumentierter Aktionen.

Veranstaltungen:

Do., 15.09.2005, 21 Uhr
performing preview – „Öffentlichkeit als Medium“ mit Musik- und Videoperformances von Martin Krejci "Operation Elektrosulz" und Peter Becker, Daniel Bolz, Stefan Holmeier, Simon Kummer, Maximilian Pisec, David Süss "Highflyer meets digital/analog communication team"

Do., 22.09.2005, 20 Uhr
Eröffnung von „Öffentlichkeit als Medium“ – mit Gerhard Dirmosers  Diagramm „Performance Art Context“ vorgestellt von Boris Nieslony; Horst Konietzny und Xinober „ARTCACHING“; Live Performances von Evil Knievel, Simone Westerwinter und Veronika Dimke; Klara Hobza präsentiert das „Samuel Morse’s Lighthouse – Projekt“
Musik: Ignaz Schick

Do., 29.09.2005, 20 Uhr
performing generations – Tilo Schulz referiert sein Remake „Restless Ball“ von Coop Himmelb(l)au 1971.
Performances von Evil Knievel , Katharina Rettelbach, Stefanie Trojan, Simone Westerwinter und Nina Stuhldreher;
das Krisenmobil der Gruppe ‚Schreibkraft’ tourt durch die Münchner Innenstadt

Do., 06.10.2005, 20 Uhr
performing history - Initiativen, Aktionen, Kooperationen um 1970 in München. Im Gespräch Alfred Gulden/Aktionsraum1, Karl-Heinz Hein/P.A.P. (Progressive Art Production), Peider Defilla und Horst Gaukel/BOA

Sa., 15.10.2005, Lange Nacht der Museen 20 Uhr bis 2 Uhr
performing pathos – P.O.P. (Passion-Obsession-Pathos) Countdown 2 - ein Videoabend in Zusammenarbeit mit SPIELART; Videoarbeiten von Kraft/Petz, Pipilotti Rist, Abramovic/Ulay, Martina Bieräugel, FLATZ, Johannes Meier, Freie Klasse, Undine Goldberg, Amelie von Wulffen, Yacek Markiewicz u.a.
ab 22:00 Uhr Chicks on Speed

Do., 20.10.2005, 20 Uhr
performing cinema – Res Ingold moderiert ein Podium und eine Videoauswahl Joseph Zehrer und Majda Kostic; Filmabend über ephemere Kunstformen wie Tanz und Performance

Do. 27.10.2005, 20 Uhr
Finissage
performing public – Aktion von Georg Winter mit Bezug auf „Zeige Deine Wunde“ von Joseph Beuys; Xinober„ARTCACHING“ – die Ergebnisse
performing discourse – Interviews und Videoprogramm mit Protagonisten der ersten Performancegeneration bis heute