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Ortstermine 2006 - Kunst im öffentlichen Raum - Logo
Tobias Yves Zintel / tourette-tv, Bo Christian Larsson, Murena Ort
Städtische Kunsthalle Lothringer 13

Show-Woche
29.09. bis 04.10.2006
täglich ab 14 Uhr

Ausstellung
05.10. bis 22.10.2006
Dienstag bis Sonntag
14.00 bis 20.00 Uhr
Tobias Yves Zintel / tourette-tv, Bo Christian Larsson, Murena

interesting productions

Serialisieren, Kopieren, Sequenzieren, Loopen, Samplen, Collagieren. Das sind die Stilmittel der Popmusik, die »interesting productions« auf ihre Art der Kunstproduktion zu übertragen.

Performance, Musik und Video werden zu verschiedenen sich reziprok stimulierenden, teilenden, weiterentwickelnden, morphenden Layern. Das Bindeglied könnte ein Beat, ein Loop, ein Sample sein, der Rhythmus des Videoschnittes, die Bewegung im Raum. Dabei werden Maximen der modernen Kunst wie die Autorenschaft partiell aufgehoben. Jeder spielt sein Instrument in einem ihm eigenen Stil, nach bestimmten Regeln oder Vorlieben. Die Frage nach dem Original wird obsolet, wenn drei Sichten, Perspektiven, Instrumente zusammentreffen und ein Produkt generieren, das wie immer mehr ist als die Summe seiner Teile. Tobias Yves Zintel/tourette-tv, Bo Christian Larsson und Murena arbeiten an einer performativen Rauminstallation, die auf dem wechselseitigen Zusammenspiel von Musik, Video, Performance basiert.

Babel, Geiersberger, Glasl, Kiesewetter Ort
Frauenplatz vor dem Dom

Termin
05.10.2006,
6.00 bis 22.00 Uhr
Babel, Geiersberger, Glasl, Kiesewetter

Marienleich Visioni - Miracoli

Der Domplatz in München. Eine Frau singt. »Ich got, sie got, er got, daz ich vor nieman spar«. Zither, Saxophon und Schlagzeug begleiten die Stimme. Die elektronisch gespiegelten Klänge, die auch nach dem Gesang über dem Platz schweben, schaffen einen irritierend intensiven Raum abseits des Alltagslärms der Innenstadt.

Heinrich von Meißens Maria ist eine ungewohnt selbstbewusste, sinnliche Mutter Christi, die Gott - bei aller Keuschheit - leidenschaftlich und hingegeben liebt. Bis an die Grenzen des theologisch Zulässigen treibt der spätmittelalterliche Meistersänger (1250 bis 1318) die Frauengestalt, der er in seinem »Marienleich« huldigt. Die Aktionen orientieren sich am Rhythmus des klösterlichen Stundengebets, erstrecken sich über einen ganzen Tag und laden die Passanten zum Verweilen und Innehalten ein. Ein spiritueller Akzent in einem von Geschäften und Geschäftigkeiten geprägten öffentlichen Raum.

Christoph Reiserer Oktober 2006

Infos unter:
www.u-musik-muenchen.net
Christoph Reiserer

U-Musik

U-Musik thematisiert die allgegenwärtige Musikberieselung in der Münchner U-Bahn; Schallwellen, die mittlerweile jeden U-Bahnbenutzer treffen können. Solche Musik wird eingesetzt, um, unter Berufung auf fundierte wissenschaftliche Studien, Gewalt in U-Bahnhöfen zu verhindern. Es werden immer wieder die gleichen Musikstücke u.a. von Vivaldi, Beethoven oder Johann Strauß abgespielt.

In der permanenten Wiederholung und Funktionalisierung verlieren diese Musikstücke für viele Menschen ihren kulturellen Wert.

Für -Musik werden parallel zu den aus den Bahnhofslautsprechern tönenden Klassikern Live-Musiker diese interpretieren und kommentieren. Dirigiert werden sie dabei von einer Maschine, die sämtliche Noten der Musikstücke gespeichert hat und mittels Sensoren und Internetverbindung (www.u-musik-muenchen.net) auf die jeweilige Gefühlslage oder auf besondere Wünsche der Konsumenten eingehen kann. Für die Musiker wird die so veränderte Musik auf Bildschirme projiziert, um dann die Passanten, zusätzlich zur Gewaltprävention, individuell zu beschallen.

Die Urbanauten und ExpressBrassBand Sieben Termine im
Oktober - November 2006

Ort/Infos:
www.urbanexpress.org
die urbanauten und ExpressBrassBand

urban express - sieben interventionen im raum der ströme

Fuß linksrechtslinksrechts Blick zu Boden. Fuß GasKupplungSchalten Blick zur Ampel fahren. Vorsicht am Bahnsteig Türen auf aussteigenlasseneinsteigen Blick in die Zeitung festhalten bitte.

Kommunikation am Fernsprecher, Begegnung auf der Datenautobahn, Öffentlichkeit im Televisor?

die urbanauten und die ExpressBrassBand produzieren temporäre Zwischenräume im Raum der Ströme. Für kurze Zeit teilt sich der Mobilitätsfluss und umspült ein raumzeitliches Experiment - urban express.
Musik und Verwunderung, Aktionskunst, Überraschung und der Reiz des Unerwarteten verführen zum stehen bleiben, teil haben, kommunizieren - wecken Neugier. Wo wird die nächste Intervention stattfinden? Was wird beim nächsten Mal passieren?

Um bei den sieben Experimenten im öffentlichen Raum dabei zu sein registrieren Sie sich für den Newsletter unter www.urbanexpress.org
Die Ankündigung erfolgt kurzfristig per Elektropost.

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Die Grenzlandreiter 03. und 08.11.2006,
jeweils 17.00 Uhr

Treffpunkt
Walter-Klingenbeck-Weg (direkt neben der Ludwigskirche)
Die Grenzlandreiter

Akustisches Denkmal für Walter Klingenbeck

1943 wurde der 19-jährige Walter Klingenbeck in München wegen Widerstands gegen das Nazi-Regime hingerichtet. Klingenbeck war nicht nur überzeugter Katholik, sondern auch begeisterter Radiohörer und -bastler. Er experimentierte mit einem eigenen Sender, der antifaschistische Propaganda verbreiten sollte. Zusammen mit Freunden brachte er an Münchner Hauswänden Graffiti an, die den baldigen Sieg der Allierten verkündeten. Aufgrund einer Denunziationwurde er im Januar 1942, noch vor den Widerstandsaktionen der »Weißen Rose«, verhaftet.

Die Grenzlandreiter erinnern mit einem »akustischen Graffiti« an Walter Klingenbeck, der in der Maxvorstadt wohnte. Die Künstler laden dazu ein, bei einem Rundgang durch das Viertel eine Klangcollage mit Tonmaterial aus Klingenbecks Zeit aufzuführen. Alle, die einen CD-Player mitbringen, erhalten eine CD mit der Komposition und werden zu Akteuren. Im Anschluss werden Film- und Rundfunkbeiträge über Klingenbeck im Pfarrsaal St. Ludwig präsentiert.

Unterstützt von der Pfarrgemeinde St. Ludwig München und der Walter-Klingenbeck-Realschule Taufkirchen.

Gaigl vs. Platzgumer Ort
Unterführung Ludwigstraße/ Ecke Oskar-von-Miller-Ring

Termin
15.09.2006,
18.00 bis 23.00 Uhr
Gaigl vs. Platzgumer

unter.gang

Die vielbefahrene Ludwigstraße bietet einige Fußgängerunterführungen, Untergänge, die kaum benutzt werden, weil sie verdreckt sind, verunsichern und Angst einflößen. Orte, die kaum mehr begangen werden. Sie wirken leer und ihres Sinns enthoben. Darüber die Straße, der Verkehr, Menschen und Bauten.

Angeregt von diesen stillen und fast vergessenen Orten erstellten Georg Gaigl und Hans Platzgumer eine audiovisuelle Installation an dem »Fußgängeruntergang« Ludwigstraße/Ecke Oskar-von-Miller-Ring.

Platzgumer erzeugte mit Mischer und Laptop vor Ort Töne und Sounds, die dieser tunnelartige Durchgang in Tiefen und Nachhall von sich gibt. Er stand im Untergrund, nahm die Vibration der Unterwelt wahr und übersetzte sie in einem Liveact in Töne und in Soundräume, die aufhorchen ließen.

Gaigl griff die Oberwelt, das Zentrum Münchens, auf: Er erfasste sie mit seiner Videokamera über Monate hinweg, indem er sich bei den Aufnahmen um die eigene Achse drehte. Diese Art Panoramabilder wurden für »unter.gang« am PC zu abstrahierten Bewegungsstreifen transformiert, bestehend aus Farben und fließenden Formen.

Das Infoblatt als PDF 2 Seiten (674KB)
Das Plakat als PDF DINA4 (553KB)

 
 
 
(weitere Projekte in Vorbereitung)