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KunstWerkStadt

Mai 2006:
Offene Kunstgespräche

März/April 2007:
KunstWorkshop

Mai 2007:
Round Table Diskussion

Opfer des Nationalsozialismus - Neue Formen des Erinnerns und Gedenkens

Man müsse schon »den Auftrag als wesentlichen Bestandteil des Werks« verstehen, wurde im vergangenen Jahr im Rahmen des ersten Symposiums die zentrale These zusamengefasst. Die Teilnehmer wiesen damit der Stadt München den Weg in Richtung einer weiterführenden, intensiven Auseinandersetzung mit der Aufgabe, der sie sich zu stellen hat: herauszufinden, welche Art Kunstwerk die Erinnerung an die NS-Verbrechen und die Opfer des Nationalsozialismus für die kommenden Generationen transportieren kann.

Als einen offenen, demokratischen Prozess möchte die Landeshauptstadt München den Weg zur Realisierung des Kunstprojekts gestalten. Dabei dürfen die Künstler keinesfalls zu reinen Illustratoren einer ritualisierten Gedenkkultur werden. Ebenso wenig kann man die Aufgabe in ihrer Gesamtheit an die Künstler delegieren.

Auch die Rolle des Zuschauers – also der Stadtöffentlichkeit – gilt es grundsätzlich neu zu überdenken. Denn sie setzt sich künftig aus Generationen zusammen, die die NS-Zeit nicht selbst erlebt haben. Genau hinterfragen sollte man zudem die Richtung, die das öffentliche Erinnern im Bereich der Kunst nimmt: im Hinblick auf die Opfer- und die nach wie vor schwierige Tätererinnerung.

Die Stadt München stellt sich dieser Herausforderung und lädt die Münchner Bürger und
Bürgerinnen erneut ein, sich an der Diskussion im Rahmen der Ortstermine 2007 zu beteiligen.

Stationen der Debatte

In einer pluralen Gesellschaft eine künstlerische Ausdrucksweise für Erinnerung zu finden beziehungsweise die Eckdaten für einen öffentlichen Auftrag an die Kunst zu formulieren, ist ein sehr komplexer Prozess.Wie jede demokratische Entwicklung braucht er eine gewisse Zeit. Die Stationen der bisherigen und aktuellen Debatte sind im Folgenden kurz skizziert:

Mai 2006: Offene Kunstgespräche

»Res publica – es geht um Öffentlichkeit, nicht um den öffentlichen Raum« – so beschrieb Jochen Gerz, Künstler, während des zweitägigen Auftakt-Symposiums seinen Zugang zu einer Kunst, die sich »Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus« zur Aufgabe macht. So lapidar diese Aussage zunächst erscheint, so wesentlich trifft sie den Kern, insbesondere auch für die Stadt München: Viel zu lange wurde die Notwendigkeit des konstruktiven,öffentlich geführten Diskurses vernachlässigt.

An zwei Tagen diskutierten hochkarätige, international anerkannte Fachleute – zunächst noch sehr grundsätzlich – über Erinnern und Gedenken, über Opfer- und Täter-Bezüge, über Möglichkeiten und Grenzen der Kunst.

Die Veranstaltung lieferte wesentliche Impulse für eine zu vertiefende, an der Kompetenz der Stadtöffentlichkeit orientierte Kunstdebatte.

März/April 2007: KunstWorkshop

Unter der Leitung von Petra Gerschner, Künstlerin, und Volker Derlath, Pressefotograf und Fotokünstler, entwickeln insgesamt sechzehn Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe und der Fachoberschule in einem viertägigenWorkshop individuelle Herangehensweisen an »neue Formen« des Erinnerns. Die Ergebnisse diesesWorkshops sind wertvolle Hinweise auf den Blick, den diese Generation auf einen historischen Zeitabschnitt wirft, an den sie sich nur noch mittelbar erinnern kann.

DerWorkshop versucht einerseits, mit konkreten, gestalterischen Mitteln ganz grundsätzlich für das Thema zu sensibilisieren und andererseits herauszuarbeiten, welche Forderungen die junge Generation an eine Kunst stellt, die ihrerWahrnehmung und ihren Bedürfnissen in Bezug auf gesellschaftlich relevantes Erinnern entspricht.

Mai 2007: Round Table Diskussion

Mehr als 25 Vertreter der breiten Münchner »Stadtgesellschaft« diskutieren mit Fachleuten, Künstlern und Politikern einen Tag lang intensiv über die konkreten Rahmenbedingungen eines Kunstwerks, das in München an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern soll – eine schwierige Aufgabe, die sich aus dem ersten Symposium entwickelt hat und jetzt ihre Umsetzung findet. Die Ergebnisse werden öffentlich zu Diskussion gestellt.

Veranstaltungsflyer zum downloaden (PDF)